Montag, 13.09.2021
Ausflug nach Chiogga
Heute besuchen wir Chiogga, die "kleine Schwester" Venedigs. Um 09.30 Uhr geht es los. Wir brauchen etwa eine Stunde mit dem Auto. Zum Schluss führt die Strecke noch durch die Lagune von Venedig. Dann sind wir in Chiogga. Wir parken das Auto und laufen zur Hauptstraße Corso del Popolo und sehen uns um. So reizvoll wie unser Reiseführer finden wir es hier nicht, aber wir haben ja auch schon mehrfach die "große Schwester" Venedig besucht.
Um 11.00 Uhr erreichen wir das Fährterminal und haben Glück. Ein Ausflugsboot will gerade zur „Tour Panoramico di 60 minuti“ starten. Wir haben ausreichend Bargeld (20 Euro) dabei und können noch mitfahren. Leider verstehen wir die Erklärungen (auf Italienisch und Englisch mit starkem Akzent) so gut wie nicht, aber die Tour ist sehr schön und der kleine Flyer in deutscher Sprache erklärt schon einiges. Chiogga ist einer der größten Fischereihäfen der Adria. Wir fahren durch den Hafen und an Befestigungsanlagen vorbei, sehen Naturschutzgebiete, Strände, Miesmuschelzuchten, das MOSE Projekt und die eine oder andere Qualle, die im Wasser schwimmt. Gegen 12.00 Uhr sind wir wieder im Hafen und sehen uns weiter Chiogga an.
| Hier gibt es mehr Boote als Autos |
| Die Hauptstraße in Choggia |
| Eine kleine Wert im Hafen |
| Hier werden die Netze geflickt |
| Mit den Metallkäfigen werden die Muscheln vom Grund gesammelt |
| Miesmuscheln werden an Fäden gezüchtet |
Das Restaurant, in das wir zu Mittag gehen, wird extra im Reiseführer erwähnt. Seit 50 Jahren wird hier die typische Chiogga Küche serviert. Und ganz offensichtlich immer noch von denselben Kellnern. Da kaum Vegetarisches auf der Karte zu finden ist, bestelle ich frittierten Fisch und einen Salat, Steffen bestellt Pasta. Irgendwann wird die Pasta serviert. Mein Essen nicht. Dezente Hinweise meinerseits werden völlig ignoriert. Unser Kellner schaut auf unseren Tisch, sieht Steffen essen und mich auf die leere Stelle vor mir zeigen und geht einfach weiter. Schließlich muss ich laut werden. Jetzt hat der Kellner wohl doch das Problem erkannt bzw. die Tatsache, dass er sich kümmern muss. Mein Fischteller wird serviert und auch Steffen bekommt noch mal Pasta. Irgendwie schaffen wir es, klarzumachen, dass er schon längst sein Essen bekommen und gegessen hat. Von meinem Salat hingegen fehlt jede Spur. Mein „fried fish“ entpuppt sich als frittiertes Beifangkörbchen mit Calamari und Oktopus, kleinen Fischen in Stichlinggröße, einem kleinen unterernährten Plattfisch und etwas, dass wie ein Stück Waltran aussieht und in etwa so schmeckt, wie ich mir Waltran so vorstelle. Möglicherweise ist das die typische Chiogga Küche. Mir schmeckt es nicht.
Auch das Bezahlen gestaltet sich schwierig. Mit dem Google Übersetzer auf dem Handy kann ich irgendwann klarmachen, dass der Salat auf der Rechnung nie serviert wurde. Der Wirt gibt mir das Geld in bar zurück, da er die Rechnung nicht mehr ändern kann. Dann zahlt Steffen die Rechnung mit Kreditkarte. Auf seinem Handy wird die Zahlung als abgebucht aufgeführt. Beim Gerät des Wirtes nicht, es scheint sich aufgehängt zu haben. Eine wilde Diskussion startet, denn wir wollen nicht riskieren, das verkorkste Essen gleich zweimal zu bezahlen. Leider verstehen wir kein Italienisch und er weder Englisch noch Deutsch. Schließlich lässt er uns entnervt gehen.
Wir haben auch die Nase voll und fahren nach Sottomarina, dem Lido (Strand) von Chiogga. Hier herrscht klassisches Adria Ambiente. Am Strand eine „Badeanstalt“ nach der nächsten mit ihren Bars und dahinter die Hotel-Fronten. Die Parkplatzsituation ist unübersichtlich. Zwar gibt es frei zugängliche Parkplätze, aber wir sind unsicher, ob wir sie benutzen dürfen. Fragen können wir keinen, da in der Nachsaison die Kassenhäuschen, die wir sehen, nicht besetzt sind. Schließlich fahren wir auf einen gebührenpflichtigen Platz mit Schattendächern und gehen an den Strand. Wir mieten uns einen Sonnenschirm und zwei Strandliegen und genießen den Nachmittag. Ich gönne mir später noch ein Panini an der Strandbar. Leider beschließt der Barbetreiber den späten Nachmittag zu nutzen und mit dem Hochdruckreiniger seine abgetauten Kühltruhen zu reinigen und winterfest zu machen. Wir lassen den Lärm einige Zeit über uns ergehen und treten dann gegen 18:30 Uhr die Rückfahrt an. Da wir Sonnenschirm und Liegen gemietet haben, soll unser Parkticket um 2 Euro reduziert werden. Steffen versucht an der Strandbar herauszufinden, wie das funktioniert und wo wir das Ticket bezahlen können. Mithilfe eines englisch sprechenden Strandbesuchers klappt das auch. Wir müssen etwas weiter die Straße entlang laufen. Dort gibt es ein Kassenhäuschen, in dem wir das Ticket bezahlen können und die Strandmiete angerechnet werden soll. Allerdings sieht die Frau am Ticketschalter das anders. Anscheinend war unsere Strandmiete nicht hoch genug, doch dann gibt sie klein bei und wir können problemlos den Parkplatz verlassen.
| Blick von unserer Strandliege Richtung Wasser |
Gegen 19.30 Uhr sind wir wieder im Hotel, bringen aber nur die Strandsachen weg und fahren dann weiter nach Padua. Hier teilen wir uns eine Pommes und setzten uns danach auf die Piazza Dell´Erbe und trinken noch einen Aperitif. Aperol Spritz für mich, Cola für Steffen, dazu werden die obligatorischen Kartoffelchips serviert. Manchmal bekommen wir auch Erdnüsse oder Taralli. Im Gegensatz zu Deutschland schließen die Bars hier früh. Gegen 21.00 Uhr ist der Laden spätestens zu. Auf dem Heimweg gibt es noch ein Eis auf die Hand, dann geht es zurück ins Hotel.