Freitag, 10.09.2021
Heute fahren wir nach Padua, unserem nächsten Standort. Auf dem Weg dahin möchten wir den Gardasee noch etwas besser kennenlernen. Wir befahren die Uferstraße auf der Westseite des Sees. Die schmale Straße ist für Busse, LKW und Wohnwagengespanne nicht zugelassen. Radfahrer müssen eine Warnweste tragen und mit Licht fahren, leider tun sie das in der Regel nicht. Es sind zahlreiche Radler unterwegs. Die Strecke ist kurvenreich und die Tunnel oft nicht beleuchtet. Dass es hier keine Radspur gibt, macht jede Radtour zur Bewerbung für den Darwin Award.
Unser erster Stopp ist Gargnano, ein hübsches Städtchen, das unter anderem dadurch bekannt ist, dass der "Duce" (Mussolini) hier seinen Wohnsitz hatte. Diese Villa Feltrinelli ist heute ein Luxushotel.
Weiter geht es nach Saló, ein mit etwa 11.000 Einwohnern größeres Städtchen. Saló ist kein reines Touristenziel, besticht aber durch seine sehr lange und schöne Uferpromenade. Wir parken auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums. Hier begegnet mir nach langer Zeit wieder eine Hock-Toilette. Ein Wiedersehen, das wenig Freude bereitet.
Wir laufen die gesamte Promenade entlang, stoßen auf die Werbeaktion eines Kunstrasenherstellers, der anhand diverser großer (meist) Tierfiguren die verschiedenen Qualitäten seines Kunstrasens demonstriert. Bei den meisten Tieren kann ich einen Bezug zu Italien herstellen, nur beim Elch passe ich. Auch gibt es zahlreiche „Büdchen“ mit Kunsthandwerk, Textilien, Schmuck, Gartenbedarf etc. Unseren Geschmack trifft es jedoch nicht. Nur die originellen Meerschweinchenhäuser sprechen mich an. Aber bei uns werden nie Meerschweinchen einziehen, somit haben wir auch dafür keinen Bedarf.
| Es werden seltsame Pflanzen in knalligen Farben verkauft |
| Eine Elefantenfamilie aus Kunstrasen |
| Ein müder Vogel wurde auch mit Kunstrasen gestaltet |
Zu Mittag essen wir auf der Clubterrasse eines Segelvereins. Das Restaurant hat viele gute Bewertungen, wir finden es eher so mittel. Die Preise sind es jedoch nicht.
Wir fahren weiter über Land bis nach Peschiera del Garda. Hier lacht uns aber nichts an und wir sind froh, daß wir unseren Gardasee Aufenthalt nicht hier, sondern in Riva gebucht hatten. So verlassen wir die Landstraße und die Lombardei und fahren über die mautpflichtige Autobahn nach Padua in der Region Venetien. Gegen 17.45 Uhr erreichen wir unser Hotel. Es ist das *** B&B Hotel Padua, hier werden wir sechs Nächte verbringen. Es liegt etwas außerhalb des Zentrums, zwischen einem Gewerbegebiet und einer Wohnsiedlung, aber zu Fuß sind wir in 18 Minuten beim Hauptbahnhof, bzw. in 20 Minuten im Zentrum. Zimmer und Bad sind groß genug und sauber. Es ist nicht nur nachts ruhig. Das Frühstücksbuffet für 7,20 Euro pro Person entspricht den Erwartungen und der Parkplatz ist kostenlos. Da wir von Padua aus mehrere Ausflüge in umliegende Städte machen möchten, ist das Hotel für uns perfekt.
Nachdem wir uns kurz eingerichtet haben fahren wir mit dem Wagen ins Zentrum und erkunden Padua zu Fuß. Wir überqueren den Tronco Maestro und sehen einen Eisvogel, der auf Beute lauert. Nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben biegen wir in den kleinen Park, den Giardini dell`Arena ein. Hier findet dieses Wochenende ein kleines Fest statt. Jetzt ist es noch ruhig. Wir laufen weiter ins Zentrum und bummeln drei Stunden durch die Straßen. Wir sind beeindruckt und begeistert.
| Der Eisvogel auf der Lauer |
Padua ist seit 1222 Universitätsstadt. Außerdem ist sie Wirtschafts- und Messezentrum. Es gibt ein großes historisches Zentrum, viele beeindruckende Gebäude und Plätze. Die Menschen sind elegant gekleidet. Einzelhandel (hauptsächlich Kleidung und Schuhe) wechselt sich mit Cafés, Bars, Restaurants und Eisläden ab. Besonders beeindruckt mich der Palazzo della Ragione von 1218, der zwischen den beiden Hauptplätzen im Zentrum, Piazza dell`Erbe und Piazza della Frutta steht. Auf den Plätzen finden tagsüber Märkte statt. Ab 19.00 Uhr bauen die umliegenden Restaurants dort ihre zahlreichen Tische auf. Spät am Abend sind die Plätze voller essender und feiernder Menschen.
| Der Palazzo della Ragione |
Wir haben keinen großen Hunger und beschränken uns auf eine Pommes und die eine oder andere Kugel Eis auf die Hand. Auch schauen wir uns den Prato della Valle an. Der Platz ist mit rund 90.000 Quadratmetern nicht nur der größte Platz der Stadt, sondern auch einer der größten innerstädtischen Plätze Europas. Mit einer kleinen Runde über das Fest im Park beenden wir unsere Erkundung und fahren ins Hotel zurück.