Montag, 20.09.2021
Der Himmel ist wieder blau und wir fahren zu unserer letzten Etappe in Italien, es geht nach Triest. Wie sonst auch verzichten wir auf die schnelle Strecke über die Autobahn, sondern nutzen die Landstraßen. Wir verlassen Venetien und fahren ins Friaul bis dicht vor die slowenische Grenze. Die Gegend ist hübsch und unterscheidet sich von den Dörfern in Venetien. Es gibt viel Weinanbau und andere Landwirtschaft, allerdings sehe ich auch hier kein Vieh.
Nach etwa 2/3 der Fahrt fahren wir wieder an der Küste entlang, und zwar auf der SS 14, die Strada Costiera. Die Straße wurde 1928 eröffnet. Sie verläuft hoch über dem Meer und gilt bis heute als eine der schönsten Küstenstraßen Italiens. Auf einem Parkplatz nach der Galeria Naturale, einem Tunnel, fahren wir auf einen Parkplatz und genießen in Ruhe den Ausblick. Dann geht es weiter. Ab Grignano bis Bárcola, das schon zu Triest gehört, zieht sich entlang der Straße eine kilometerlange Küstenpromenade. Das ist quasi die Badeanstalt von Triest. Man stellt sich einen Liegestuhl auf die Promenade und springt an dafür vorgesehenen Treppen ins Meer. Einfache Duschen kann man direkt neben den Treppen nutzen. Heute ist es jedoch frisch und windig. Wir sehen nur wenige Liegestühle.
| Die Galeria Naturale |
| Die Küstenpromenade von Triest |
In Triest angekommen machen wir uns im Einbahnstraßengewirr auf die Suche nach unserem Hotel. Außen ist es sehr unscheinbar. Das Gebäude unterscheidet sich nicht von den Nachbarhäusern und liegt an einer zweispurigen Einbahnstraße, in der wir eigentlich gar nicht halten/parken dürfen, da wir nicht die einzigen sind machen wir es aber trotzdem. Wir laufen mit dem Gepäck in den ersten Stock, und tatsächlich, hier ist unser 12 Zimmer Boutiquehotel. Wir checken ein und lassen uns schnell Hinweise zu den nächsten Parkplätzen geben. Tipp Nummer eins (ein kleines Parkhaus) ist schon voll, wir hätten reservieren müssen. Aber auf dem großen Parkplatz Molo IV haben wir Glück. Und er ist auch nicht zu weit vom Hotel entfernt. Wieder im Hotel schauen wir uns genauer im Zimmer um. Alles sehr chic, besonders im Bad, dafür gibt dort keine Ablageflächen. Die Ansicht, dass sich das Design dem Nutzen unterordnen sollte, teilt man hier offensichtlich nicht. Wir schaffen es noch nicht mal, ohne Hilfe die Wasserfalldusche in Betrieb zu nehmen oder warmes Wasser aus dem Wasserhahn zu bekommen. Aber sonst ist alles super. Bequeme Betten und ein ruhiges Zimmer, denn Abends ist auf der Straße kaum noch Verkehr.
Jetzt schauen wir uns Triest an. Triest hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Bis zum Endes des Ersten Weltkriegs gehörte es zu Österreich. Das prägt Triest noch immer.
Am Canal Grande (gleichzeitig auch der einzige Kanal, das Projekt: „Kanäle wie in Venedig“ wurde zu teuer, man dann doch lieber Straßen gebaut) essen wir ein spätes Mittagessen. Danach stromern wir ohne Ziel durch die Stadt. Triest wird von Bergen (Karnische Alpen) eingeschlossen, viele Stadtteile liegen am Hang oder haben einen eigenen Hügel (Monte San Giusto). Kein Wunder, dass man den Triestern nachsagt, sie seien sehr sportlich. Im Zentrum gibt es einige Fußgängerzonen und die Altstadt ist verkehrsberuhigt. Ansonsten tost der Verkehr tagsüber durch die Straßen und Gassen. Für Motorräder und Roller sind endlose Reihen von Parkplätzen eingezeichnet, aber sie reichen auch nicht aus. Wir sind lieber zu Fuß unterwegs und kommen an einem alten römischen Theater vorbei, sehen winzigen Gassen und hübsche Treppenaufgänge, da es zu steil für eine Straße ist.
| Kunst um den Brunnen an der Handelskammer |
| Im Hafen liege einige Tage ein Kreuzfahrtschiff |
| Es gibt steile Fußgängertreppen |
| Das römische Amphitheater |
Irgendwann steht mir der Sinn nach einer Pause. Da keine hübsche Bar zu sehen ist, fallen wir in einem McCafé ein und sind angenehm überrascht. Für 4,50 Euro bekommen wir einen leckeren Cappuccino aus der Siebträgermaschine, ein Stück Torta della Mama und einen Donut. Frisch gestärkt ziehen wir weiter.
Als es anfängt zu dämmern, machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Für ein Abendessen reicht der Hunger nicht. Wir finden noch etwas in unseren Vorräten und beenden den Tag.